

Sie ist die Todesursache Nummer eins: Kolik. Was steckt hinter dem todbringenden Symptom? Warum hat sie gerade jetzt Hochsaison? Wir erklären Ihnen die Ursachen, wie Sie vorbeugen können und richtig reagieren, wenn es doch passiert.
Bauchschmerzen – sie klingen so wenig bedeutend. Sie klingen nach einer Lappalie. Doch Bauchschmerzen beim Pferd spielen in einer anderen Liga. Sie können tödlich sein. Bauchschmerzen, die das Verhalten des Pferdes verändern, sollten beim Menschen die Alarmglocken schrillen lassen. SOS – Kolik! Der Begriff selbst ist eigentlich ein jahrhundertealter Laienbegriff. Das Wort kommt von Colon, das ist ein Darmabschnitt. Kolik ist ein Laienbegriff, der keineswegs eine Krankheit oder eine Diagnose beschreibt. Kolik ist ein Symptom. Kolik ist eine Verhaltensveränderung hervorgerufen durch Bauchschmerzen. Das kann damit beginnen, dass das Pferd nicht frisst. Oder es flehmt und scharrt. Im schlimmsten Fall schmeißt es sich immer wieder unkontrolliert auf die Erde. Besonders im Frühjahr und jetzt im Herbst häufen sich die Kolik-Fälle. PFERDEMARKT erklärt, warum das so ist und geht den Ursachen auf den Grund. Fachliche Hilfe haben wir von einem Experten erhalten: Dr. Gerhard Assmann leitet eine Pferdeklinik im bayerischen Opfenbach. Eines seiner Spezialgebiete ist die Kolik-Chirurgie. Seiner Meinung nach gibt es für Kolik im Groben vier Ursachen, die jedoch ineinander übergehen. Ursache Nummer eins ist die Anatomie des Verdauungstraktes. Ursache Nummer zwei sind Parasiten, Nummer drei sind krankhaft erworbene Strukturen, Nummer vier sind Haltungs- und Fütterungsbedingungen. „Es ist eine Tatsache, dass vorwiegend Boxenpferde, die ‚klassisch‘ gefüttert werden, koliken. Das ist der Blutzoll, den wir zahlen, wenn wir Pferde so halten. Es ist eine Dummheit zu glauben, dass ein Pferd dreimal am Tag fressen möchte und im goldenen Stroh leben möchte. Das ist ein Irrglaube, den der Mensch auf das Pferd überträgt. Ein Pferd wäre viel lieber den ganzen Tag unterwegs und würde permanent kleine Mengen fressen.“
Mehr über dieses Thema lesen Sie in der Septe,ber/Oktober-Ausgabe des PFERDEMARKTS

